Cocktailkleid selbst nähen

Cocktailkleid selbst nähen

上品な Jōhin’na – “The Classy” Cocktailkleid

In dieser DIY-Anleitung zeige ich euch, wie ihr ein Cocktailkleid selbst nähen könnt und teile einige Tipps für Variationen mit euch, die aus irgendeinem Kleid euer ganz persönliches machen!

Das klassische Cocktailkleid oder Etuikleid ist der absolute Klassiker unter den Kleidern – ob als “Kleines Schwarzes” oder mit Muster, es darf in keinem Kleiderschrank fehlen. Weil es eben nicht nur etwas für den großen Anlass ist, sondern auch im Alltag super tragbar! Wer schon einmal nach einem solchen All-Time-Classic die Augen offen gehalten hat, weiß aber auch: Es ist gar nicht so einfach, das perfekte Cocktailkleid zu finden. Um sich damit rundum wohl zu fühlen, muss das Kleid wirklich gut sitzen und schließlich hat jede:r eine andere Figur! 

Aus diesem Grund habe ich mich jetzt daran gewagt, das erste Mal ein Cocktailkleid selbst zu nähen und möchte euch heute zeigen, wie das Kleid entstanden ist. Das Schnittmuster habe ich mir aus einem älteren Etuikleid erstellt, das inzwischen leider etwas ausgewaschen noch bei mir im Kleiderschrank hing. In der Skizze seht ihr, wie ihr ein ähnliches Schnittmuster erstellen könnt. Falls ihr euch das nicht zutraut oder es euch zu ungenau wird, könnt ihr auch auf fertige Schnittmuster zurückgreifen. Ein meinem Cocktailkleid sehr ähnliches Schnittmuster habe ich auf  Burdastyle.de entdeckt. Es gibt dort viele schöne Schnitte, die ich euch wärmstens ans Herz legen kann. Megagut finde ich, dass es viele Kleider auch in Plus-Size gibt, es ist also für jede Figur etwas dabei.

Cocktailkleid Schnittmuster

Was ihr braucht:

  • ca. 150 cm festen Baumwollstoff (mit einer Laufweite von 150 cm)
  • einen 50 cm langen Reißverschluss
  • optional: Vliseline zum Verstärken des Brust-Teils
  • optional: Schrägband zum Einfassen der Säume und des Ausschnitts
  • passendes Garn
Cocktailkleid - Material

Schritt 1:

Faltet euren Stoff und schneidet eure Stoffteile entsprechend der Skizze oder eures Schnittmusters zu. Wenn ihr das Brust-Teil (A) verstärken möchtet, schneidet entsprechend auch ein Stück Vliseline zu und bügelt es an. In der Skizze seht ihr Markierungen für die Falten, die in Vorder- und Rückteil abgenäht werden. Übertragt diese Markierungen mit Stecknadeln oder Schneiderkreide auf euren Stoff.

Schritt 2:

Näht das obere und das untere Stoffteile der beiden Vorderteile zusammen, indem ihr die schrägen Kanten wie im Bild rechts-auf-rechts aufeinanderlegt und mit 1 cm Nahtzugabe zusammennäht. Fasst die Nahtzugabe dann am besten mit einer Overlock zusammen und bügelt die Nahtzugabe nach unten.

Genauso näht ihr auch das obere und das untere Stoffteil für die beiden Rückenteile zusammen.

Cocktailkleid nähen - Schritt 1

Schritt 3:

Näht jetzt die Falten am Vorder- und Rückteil. Legt dafür die Markierungen rechts-auf-rechts aufeinander und näht das Ganze in der Form eines Diamenten zusammen. Damit sich hier keine Knubbel bilden, verzichtet auf das Vernähen durch Nähmaschinenstiche am Anfang und Ende. Zieht lieber den Faden jeweils auf die linke Seite und verknotet ihn dort. Bügelt die Falten beim Vorder- und Rückteil jeweils zur Mitte.

Cocktailkleid nähen

Schritt 4:

Versäubert die offene Mitte der beiden Vorderteile (also alles unterhalb des V-Ausschnitts) und näht jetzt die beiden Vorderteile rechts auf rechts entlang der Mitte mit 1 cm Nahtzugabe zusammen. Bügelt die Nahtzugabe nach außen. Verfahrt genauso auch mit den beiden Rückteilen. 

Schritt 5:

Näht jetzt das Vorder- und Rückenteil an den Schulterpartien rechts-auf-rechts zusammen, versäubert die Nahtzugabe und bügelt sie nach hinten auf das Rückenteil. Legt auch die beiden Seitenteile rechts-auf-rechts an den Schulterpartien zusammen. Näht die Seitenteile hier zusammen, versäubert die Naht und bügelt die Nahtzugabe ebenfalls jeweils zum Rückenteil.

Cocktailkleid nähen

Schritt 6:

Fügt die Seitenteile zum “Korpus” des Kleids hinzu, indem ihr die Seitenteile rechts und links rechts-auf-rechts feststeckt und dann von einem Saum bis zum anderen näht. Passt bei der Schulterpartie auf eure Nahtzugabe auf und darauf, dass die Schulterpartien passgenau aufeinander liegen. Versäubert die Naht wieder und bügelt sie nach hinten.

Jetzt kommen das Brust- und das Rücken-Teil (A und B) dazu: Dafür näht ihr zuerst das Rückenteil rechts-auf-rechts in der Mitte zusammen und bügelt die Nahtzugaben nach außen. Jetzt legt ihr A und B rechts-auf-rechts an Nacken und Ausschnitt von eurem “Korpus”-Kleid an, steckt rundherumfest und näht das Ganze zusammen. Die Nahtzugabe schneidet ihr jetzt ein. Faltet jetzt den “äußeren” Teil (also A und B) rechts-auf-rechts auf den “inneren” Teil und zwar so, dass die Ärmel-Rundungen aufeinanderliegen. Näht das Ganze entlang der Ärmel-Rundungen zusammen und wendet es dann einmal durch die Schulterpartie.

Schritt 7:

Dreht das Kleid auf links. Die linke Außennaht könnt ihr nun bereits schließen, indem ihr die linke Seite rechts-auf-rechts mit 1 cm Nahtzugabe von der Schulter bis zum Saum zusammennäht. Die Nahtzugabe wieder versäubern und zum Rückenteil bügeln. Auf der rechten Seite wird vor dem Schließen noch der Reißverschluss eingepasst. Ich habe meinen Reißverschluss seitlich etwa 10 cm unterhalb der Schulterpartie eingesetzt. Markiert euch die entsprechende Stellen, wo der Reißverschluss beginnt und endet, mit Stecknadeln. Näht die Seitennähte auf der rechten Seite genau wie auf der linken Seite bis zu den markierten Punkten zusammen. Setzt hier dann den Reißverschluss ein.

Schritt 8:

Jetzt könnt ihr nur noch optional den Ausschnitt mit Schrägband einfassen und den Saum verarbeiten. Bügelt dafür den Saum einmal 1,5 cm und noch einmal 1,5 cm nach innen um und steckt den Saum rundherum fest. Näht den Saum knappkantig fest. Wendet das Cocktailkleid nach außen, bügelt es noch einmal und ihr seid fertig!

Falls ihr das Schnittmuster noch etwas anpassen möchtet, ist das auch kein Problem. Es gibt immer viele Möglichkeiten, ein Schnittmuster so anzupassen, dass es perfekt zu euch passt. Das ist ja das Schöne am Nähen – ihr könnt euer ganz persönliches Cocktailkleid selbst nähen, das ihr so nirgendwo kaufen könntet! 

Cocktailkleid selbst nähen

Tipps für Variationen eures Cocktailkleids:

  1. Variation: Die Ärmel

Die Ärmel sind eine einfache Art, ein Kleid zu variieren – besonders dann, wenn ihr sie ganz einfach weglasst. 😀 Möglich ist auch, T-Shirt-Ärmel zu nähen, indem ihr die Ärmel einfach kürzt und dann die Säume wie im Schnittmuster angegeben verarbeitet. 

  1. Variation: Der Reißverschluss

Zugegebenermaßen war meine Reißverschluss-Variation ein kleiner Unfall, denn ich hatte ganz einfach vergessen, den Reißverschluss hinten einzunähen und musste ihn dann zwangsläufig an der Seite einsetzen… Aber ich habe dann festgestellt, dass ich persönlich das auch viel lieber mag, weil es a) einfacher ist, das Kleid ohne Hilfe an- und auszuziehen, wenn der Reißverschluss seitlich ist und b) kein kalter Metall-Zipper im Nacken stört. Bei manchen Kleider kann es übrigens auch sehr fancy aussehen, wenn ihr den Zipper nach vorne setzt. Probiert einfach einmal aus, was euch gut gefällt – den Reißverschluss zu variieren kann nicht nur praktisch sein, sondern auch das Design zu eurem ganz persönlichen machen.

  1. Variation: Die Länge

Ganz klar, die einfachste Art, ein Kleid zu variieren, ist die Länge anzupassen. Ihr mögt es gerne kürzer? Für euch muss ein klassisches Cocktailkleid oder Etuikleid auf jeden Fall übers Knie gehen? Alles kein Problem – verkürzt oder verlängert die Stoffteile für euer Kleid ganz einfach, indem ihr das Schnittmuster an der entsprechenden Stelle umklappt oder vor dem Zuschneiden den Saum verlängert.

  1. Variation: Der Ausschnitt

V-Ausschnitt, Rundhals-Ausschnitt oder eckiger Ausschnitt – die Form des Ausschnitts kann ein Kleid völlig verändern. Auch beim Rückenausschnitt könnt ihr ruhig mutig sein – warum nicht mal ein Cocktailkleid nähen mit einem richtig tiefen Rückenausschnitt? Die einfachste Weise, hier zu variieren, ist den Ausschnitt in der entsprechenden Form zuzuschneiden und später mit einem Schrägband einzufassen. Das funktioniert bei jedem Ausschnitt und sieht immer sauber verarbeitet aus. Ich möchte auf jeden Fall noch einmal ein Cocktailkleid selbst nähen mit einem eckigen Ausschnitt, das finde ich megaschön!

Kennt ihr noch mehr Variationen, mit denen man ein Kleid zu seinem ganz persönlichen Key-Piece machen kann? Dann her damit, schreibt es gerne in die Kommentare!

Ich bin gespannt zu hören, wie ihr meine Variation von dem klassischen Cocktailkleid findet… Und ob ihr jetzt auch Lust habt, ein Cocktailkleid selbst zu nähen. Ich liebe das 70ies-Muster von dem Stoff, den ich verwendet habe, ja total und denke schon jetzt darüber nach, daraus auch noch eine Schluppen-Bluse zu nähen… 🙂 

Und ich bin sehr happy, dass das Cocktailkleid tatsächlich noch vor der Weihnachtszeit fertig geworden ist, denn ich finde, dazu passt es perfekt. Ich freue mich darauf, es an Weihnachten zu tragen – auch wenn wir coronabedingt in diesem Jahr in ganz kleinem Kreis feiern werden. Schön wird es bestimmt trotzdem! Und weil ein Cocktailkleid natürlich nichts ist ohne den passenden Cocktail dazu, möchte ich euch hier noch einmal das Rezept für meinen Lieblingscocktail, den Amaretto Sour verlinken. Der passt auch super zur Weihnachtszeit und – wer weiß, vielleicht muss man sich die dieses Jahr ein bisschen schöntrinken. 😉

Cocktailkleid selbst nähen

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